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MWZ, BG26 Luxus
MWZ, BG26 Luxus
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MWZ, BG26 Luxus
Beschreibung: In der Luxus-Variante wurde das Ger√§t in einen leinwandbezogenen Holzkasten verpackt und mit 2 Ovallautsprechern ausgestattet. Die daf√ľr notwendige hohe Vorderkante machte den Zugang zu den Bedientasten nicht leichter.

Schl√ľsselwörter: BG 26 Luxus, Me√üger√§tewerk Zw√∂nitz
Datum: 06.12.2010 22:19
Hits: 5691
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Dateigröße: 39.5 KB
Hinzugef√ľgt von: KB100


Autor: Kommentar:
MGW51
Administrator

Registriert seit: 26.04.2005
Kommentare: 194
Ergonomischer Schrott!

So begehrt das Luxus auch war, es ist und bleibt eine krasse Fehlkonstruktion hinsichtlich der Gestaltung und Bedienbarkeit. Warum mu√üte es dazu kommen? Weil einerseits die Wirtschaft der DDR nicht in der Lage war das zu produzieren was wirklich gebraucht wurde und andererseits das MWZ √ľberhaupt kein nachhaltiges Interesse an dieser Produktlinie hatte. Sie wurde als l√§stig empfunden und systematisch abgew√ľrgt. Das Pflichtenheft zum BG26 sieht u.a. eine integrierte Mischeinrichtung vor - die wurde schon ab 1957 im Leipziger KB100 realisiert - ein halbes Jahrzehnt sp√§ter sollte es auch beim MWZ erstmalig in einem Heimbandger√§t so eine M√∂glichkeit geben. Deswegen m√üte in der Konzeption der Lautsprecher seinen angestammten Platz verlassen. Der Mischer kam nat√ľrlich nicht, wegen fehlender Transistoren(!) und einen vern√ľnftigen Breitovallautsprecher wie ihn z.B. Tesla fertigte, bekam man ebenfalls nicht auf die Reihe. Ohne Zweifel bekommen die zwei hier eingesetzten LPs dem Ger√§t klanglich sehr gut - die Bedienbarkeit dagegen ist eine Zumutung ersten Grades denn wie soll es auch anders sein, eine Fernbedienung ist ebenso Fehlanzeige! Die gab es nur bis zum BG20-4. Noch mehr negatives? Aber gerne!

Fl√§chenm√§√üig ist das BG26 gegen√ľber seinem Vorg√§nger, dem Smaragd, nicht kleiner geworden. Dennoch hat man es verstanden, die Konstruktion so ungeschickt zu gestalten, da√ü keine 18-er Spulen mehr benutzt werden k√∂nnen. Gut, das KB100 aus dem FMWL ist mit 15-er Spulen auch am Limit - daf√ľr ist es aber insgesamt bedeutend intelligenter, nicht moderner, konstruiert als alles zusammengenommen was das MWZ jemals an Heimtonbandger√§ten gebaut hat. Da√ü Magnetk√∂pfe, genau wie Andruckrollen und F√ľhrungsbolzen √∂fters zu reinigen sind haben nahezu ALLE in der DDR ans√§ssigen Hersteller von Magnetbandger√§ten gewu√üt - ausgenommen die Ingenieure des MWZ bei deren Ger√§ten, beginnend ab dem ersten Smaragd bis zum letzten BG31, also auch im gewerblichen Bereich, ist stets eine aufwendige Demontage der gesamten Abdeckplatte vorzunehmen um K√∂pfe und Andruckrolle reinigen zu k√∂nnen!

Kann sich das MWZ beim BG20 "Smaragd" noch darauf hinausreden, da√ü es ja nicht mit der Entwicklung dieses Ger√§tes befa√üt war sondern die Konstruktion im Zentrallabor des FWK erfolgt ist, so zieht diese Ausrede schon beim √ľberarbeiteten BG20-1 nicht mehr. Beim als "modern" propagierten BG26 schon gleich garnicht denn zu diesem Zeitpunkt war das ehem. ZLB l√§ngst als "Entwicklungsstelle Berlin" zu einem Betriebsteil des Me√üger√§tewerkes degradiert worden. Man hat es also selber in der Hand gehabt - wenn man denn gewollt h√§tte. Freilich gab es allein durch die gro√üe r√§umlich Trennung gewaltige Reibungsverluste - was man halt auch ber√ľcksichtigen mu√ü!
Gegeneinander abgewogen ist das BG20-6 zwar unmoderner, punktet aber durch bessere elektrische Werte und eine wesentlich bessere Ergonomie, bietet somit einen deutlich h√∂heren Gebrauchswert bei geringerem Anschaffungspreis. Es gab nur keine Wahlm√∂glichkeit weil die Smaragdlinie 1963 endg√ľltig auslief. Zwei Jahre danach endete die Fertigung des BG26 und auch der "Luxuskoffer" wurde bald darauf eingestellt. Durch das andere Triebwerk ist die Smaragdserie grunds√§tzlich nicht f√ľr die Benutzung von Doppelspielband geeignet. Das geht nur mit dem BG26 und nat√ľrlich auch mit dem KB100 II - wenn es entsprechend justiert wird.

Falls der Eindruck entsteht, daß ich hier mit den Zwönitzern eine "offene Rechnung" begleichen will, so muß ich das strikt verneinen!

Man darf einzelne Ereignisse niemals losgel√∂st f√ľr sich werten sondern mu√ü stets alle Aspekte in den geschichtlich korrekten Rahmen einpassen und ins richtige Verh√§ltnis zueinander setzen. Es soll und darf nicht der Eindruck entstehen, die Konstrukteuere des MWZ w√§ren nur zu dusselig gewesen um etwas ordentliches auf den Tisch zu stellen. NEIN, waren sie nicht! Sie waren aber zu keiner Zeit gl√ľcklich mit dem was ihnen da aufgedr√ľckt worden ist denn ihr Dom√§ne waren Me√ü- und Medizintechnik und das auf internationalem Niveau! Tonbandger√§te geh√∂rten nur zwangsweise zum Portfolio und so mu√ü es nicht verwundern, da√ü nach einer relativ kurzen Zeit und nahezu konspirativen Aktionen der Werkleitung, deren Bestrebungen, sich dieser ungeliebten Produktion einf√ľrallemal zu entledigen, schlie√ülich zum Erfolg f√ľhrten.
Die Tonbandamateure in der DDR haben dies dennoch - nicht zuletzt in v√∂lliger Verkennung der Tatsachen - stets sehr bedauert, war man doch anfangs mit den Ger√§ten aus der ehem. CSSR und anderen "Bruderstaaten" alles andere als gl√ľcklich. Emotionslos betrachtet waren dies Importger√§te aus Ungarn, der CSSR und der VR Polen, welche danach zu uns gelangten, technisch weitgehend besser, moderner, ausgereifter; das war freilich auch den Herrschaften aus der Zw√∂nitzer Chefetage bekannt!
F√ľr einen "Wessi" ganz gewi√ü unvorstellbar, da√ü ein Betrieb nicht einfach selbst√§ndig entscheiden darf was er produzieren oder entwickeln will. Alles mu√üte abgesegnet werden - sonst gab es kein Geld. Die lenkende Hand des Staates bei der Kanalisierung der Wirtschaft ist nicht grunds√§tzlich falsch - es kommt dabei eben nur auf das Ma√ü an und damit kam man in der VW der DDR nie richtig zurecht! Die Quittung daf√ľr gab es Anno 1989.
14.04.2011 09:06 Offline MGW51 http://von-kranichfeld.de
MTG20
Member

Registriert seit: 29.09.2010
Kommentare: 118
Kopfreinigung usw.

Das Problem bestand wohl auch noch beim Tesla B113. Erst das B115 hatte eine
abnehmbare Platte, um an die Köpfe und den Bandweg zu kommen. Diese mit 2 Rändelschrauben befestigte Platte ist das äußere Unterscheidungsmerkmal dieser Geräte.
27.08.2011 05:23 Offline MTG20



 


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