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ADLER, WL19-38, 2. Bst.
ADLER, WL19-38, 2. Bst.
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ADLER, WL19-38, 3. Bst., 001

            

ADLER, WL19-38, 2. Bst.
Beschreibung: Dieser Apparat wurde von einem cleveren Anbieter als

Sachsenfunk Röhrentonbandgerät Handmade in DDR RFT

bei Ihbee - wo auch sonst - verklickert. Den Einwand, daß das niemals ein Sachsenfunk-Gerät sein kann und auch nicht einem solchen Bausatz Alfred Donners entspringt, bügelte man schlicht mit dem Argument ab, daß man Beweise hätte und die auch noch beibrächte. Ich war sehr gespannt, doch wie nicht anders zu erwarten, gab es natürlich nichts dergleichen. Die Behauptung des Verkäufers stützte sich einzig und allein auf die Gravur an einer Löschkopffassung!


Der Bitte um Bilder der Innereien oder gar schriftliche Dokumente als Nachweis einer Herstellerfirma kam man natürlich nicht nach - stattdessen folgte eine Erklärung:

"guten abend,

ein makrobild des tonkopfes wird morgen das problem lösen.
im allgemeinen ist genau dieses gerät unter sammlern nicht zu verkennen.
auch rft spielt hier schon eine rolle, denn eine richtige marktwirtschaft
wie heute wurde ja damals unterbunden, falls sie jetzt wissen, was ich
damit sagen möchte! kommt drauf an, aus welchem teil von D sie kommen, um
letzteren satz deuten zu können. ein papier gibt es leider nicht. viele
grüße, xxxx

-recordingpapst"


Nun, wie unschwer zu erkennen, handelt es sich mitnichten um den Tonkopf sondern um einen Löschkopf aus der Werkstatt Alfred Donners. Was mögen das nur für Sammler sein, die dieses Gerät so unzweideutig zuordnen können? Aber noch kryptischer ist die Aussage zu RFT und Marktwirtschaft - und nein, ich weiß wirklich nichtmal ansatzweise, was der Herr damit sagen möchte. Was ich dagegen sicher weiß ist, daß alle seine Ausführungen völlig sinnfrei weil falsch sind!
Freilich, auch ich bin nicht frei von Irrtümern, ganz besonders dann, wenn nur bruchstückhafte, unvollständige Informationen die notwendigen Schlußfolgerungen zu einer Art Kaffesatzleserei degradieren.

Was also haben wir hier?

Im wesentlichen ist das eine Konstruktion, die sich auf Teile eines oder mehrerer geschlachteter Geräte stützt. Unverwechselbar sind z.B. die beiden Wickelkupplungen mit Sperrhülsen. welche dem Staßfurter MTG 20 (und Folgemodellen) entnommen sind. Weiters können wir zwei Umlenkrollen, davon eine mit Schlaufenfänger, eine Andruckrolle und zwei Kontrollglimmlampen ausmachen, welche eindeutig einem Ton-Gerät1 der Merseburger Fa. Schneiderton entnommen wurden. Eindeutig deswegen, weil im TG 1 halt auch noch Köpfe mit der Donnerschen Fassung montiert sind und somit der hier als Beweisstück beigebrachte Löschkopf seinen Ursprung daselbst haben muß. Vermutlich war der Kombikopf im Eimer, weswegen man hier ein anderes Exemplar - wohl auch ein Überbleibsel des MTG samt Mumetallhaube benutzt. Auch sehr gut zu erkennen ist der typische BG19-Motor, der Satz Bedienknöpfe vom Typ Staßfurt "Diamant" und die mittlere Rolle, welche mir eine solche aus einem TONI zu sein scheint.


Offen bleibt b.a.w. die Frage, was einstmals an den drei Schrauben hing, deren Senklöcher rechts oben zu sehen sind. Das wird man nicht beantworten können, ohne das Gerät selbst auf dem Tisch zu haben oder hilfsweise entsprechende fachlich korrekte Auskünfte vom neuen Besitzer zu bekommen. Bleibt zu hoffen, daß dieser auch ein ureigenstes Interesse daran hat und +/- zufällig auf diesen Eintrag hier stößt. Dann muß er sich nur noch melden.

Nun, seit mir das Nachfolgemodell an die Angel gegangen ist, kann ich die vorstehende Frage leicht selbst beantworten und - was wesentlicher ist - auch recht genau darauf schließen, warum der seinerzeitige Verkäufer um nichts in der Welt bereit war, Bilder des Innenlebens zu machen: Erst mal sind es vier, nicht drei Löcher und zweitens hing an diesen einstmals der große Netztrafo, der das Gerät samt Anschlußeinheit für das Kundensatormikro mit Strom versorgt.
So einen Trafo treibt man heute natürlich nicht mehr auf und selber wickeln scheitert an vielen Details. War schon gut, nicht auf diesen Betrüger hereingefallen zu sein - immerhin wurde er im eBay kurze Zeit nach dem Geräteverkauf gesperrt oder hat sich selbst dort zurückgezogen.
Grauenvolle Zustände dort!

Leider ist der Erwerber unbekannt geblieben da er sein Profil auf "Privat" geschaltet hat.

Informationen zu dieser Auktion sind bei Klick auf den obigen Link aufrufbar.



Nun endlich kann und muß ich das ehedem von mir als Eigenbau deklarierte Gerät neu einordnen!
Natürlich ist es kein "Sachsenfunk", wie der seinerzeitige Anbieter Leichtgläubige glauben lassen wollte. Es handelt sich hier mit absoluter Sicherheit um ein Gerät aus der Cunewalder Werkstatt von Richard Adler. Zu dieser Erkenntnis verhalf mir die Analyse des mir vorliegenden, verbesserten Modells in der dritten Baustufe. Es gibt eine Besonderheit, welche mir bisher einzig bei Adlers Geräten untergekommen ist und was diese noch untermauert ist die Anordnung der Bedienorgane, welche exakt mit der späteren, mir vorliegenden Bauausführung übereinstimmt.
Das abgebildete Gerät verfügt über KEIN sichtbares Firmenschild! Nun kann man darüber spekulieren, ob selbiges vom Ihbee-Verkäufer aus nachvollziehbaren Gründen abmontiert wurde oder - was durchaus naheliegend ist - ob das Firmenschild an anderer Stelle angebracht wurde. Es ist auch nicht auszuschließen, daß es sich um die erste Konstruktion Adlers handelt und die 38-er Ausführung äußerlich identisch, also nur eine Variante auf Kundenwunsch darstellt. Noch sind einige Erkenntnisse nahe an der Kaffeesatzleserei angesiedelt, haben aber allemal mehr Substanz als die von monetären Interessen bestimmten Behauptungen einiger Ihbeeakteure.
Fakt ist, es wurde mindestens eine Ausführung mit 38-er Bandgeschwindigkeit produziert. Diese Aussage beruht auf der Erinnerung eines ehem. Mitarbeiters, der ein solches Modell einmal zur Reparatur erhielt und der sich auch daran erinnert, daß diese Version ohne integriertem Kondensator-Mikrofonanschluß gebaut worden war.



Foto: "recordingpapst"
Schlüsselwörter: Radio-Haus Adler Cunewalde, ADLER WL19-38, Selbstbaugerät, Eigenbau, Sachsenfunk, Stern-Radio Staßfurt, MTG 20, Meßgerätewerk Zwönitz, MTG-Serien
Datum: 12.10.2010 20:25
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Hinzugefügt von: MGW51


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